Wir danken der Wittener Sparkassen und Bürgerstiftung für die Bereitstellung von 1500 Euro und für die Finanzierung unseres Rucksackprojektes!
Startschuss für das Rucksack-Projekt an der Hellwegschule

Nach fast einjähriger Planung und Vorbereitung startet nun ab dem 06.03.2014 das Rucksack-Projekt an der Hellwegschule in Witten Heven. Ein Grundgedanke dieses Projekts ist eine stärkere Integration von Zuwandererfamilien in das Schulleben und gleichzeitig auch in der Gesellschaft. Hierbei wird die Zweisprachigkeit der Eltern und Kinder als Potential aufgegriffen und gefördert. Denn es ist notwendig die Bedeutung der Muttersprache zu berücksichtigen, um einen erfolgreichen Erwerb der Zweitsprache zu gewährleisten. Diese Mehrsprachigkeit dient zugleich als Motor für die Entwicklung einer bikulturellen Identität seitens der Zuwandererfamilien. Das Rucksack-Projekt wurde von der RAA (Regionale Arbeitsstelle zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien) entwickelt und wird aktuell von dem Kommunalen Integrationszentrum des Ennepe-Ruhr-Kreises betreut.
                                
In der Schule findet dazu einmal in der Woche ein Kurs für eine Elterngruppe mit türkischer Muttersprache statt, welcher auf gegenseitigem Respekt, Vertrauen und Offenheit basiert. Die Eltern werden von den Elternbegleiterinnen Frau Bal und Frau Chantili betreut. Sie sprechen fließend Deutsch und haben zusätzlich die gleiche Muttersprache wie die Elterngruppe. Frau Bal und Frau Chantili wurden speziell für das Rucksack-Projekt von dem Kommunalen Integrationszentrum des Ennepe-Ruhr-Kreises ausgebildet und werden zukünftig auch regelmäßig fortgebildet. In dem wöchentlichen Rucksack-Kurs werden inhaltlich die Schulthemen der Kinder aufgegriffen und in der Muttersprache der Eltern bearbeitet. Die Kinder haben somit die Chance die schulischen Lerninhalte im Unterricht in der deutschen Sprache und parallel dazu im Elternhaus bei den Hausaufgaben in der türkischen Sprache zu erlernen. Dadurch können nicht nur allgemeine Sprachbarrieren abgebaut werden, sondern ebenfalls eine erfolgreiche Unterstützung bei den Hausaufgaben und beim Lernen im Elternhaus stattfinden. Die Lernthemen der Rucksack-Gruppe werden mit den Lehrerinnen der 1. Klasse besprochen und konzipiert.

Neben der Sprachförderung und der Elternbildung sind weitere indirekte Ziele dieses Projekts eine stärkere Vernetzung der Eltern mit der Schule, ein Vertraut werden mit Bildungseinrichtungen, eine Förderung der Kommunikation zwischen Eltern und Schule, eine allgemeine interkulturelle Öffnung und kultureller Austausch, die Förderung der Bilingualität von Kindern und Eltern, ein Ausbau der Rolle von Eltern als Vorbilder des stetigen Lernens und ein allgemeiner Austausch zwischen Eltern mit oft ähnlichen Fragen die Erziehung/das Lernen oder den Alltag betreffend.

Mit der Unterstützung von Frau Bußmann aus dem Kommunalen Integrationszentrums konnte die Planung und Organisation des Rucksack-Projekts zum Abschluss gebracht werden und nun offiziell starten. Die Stadt Witten erklärte sich bereit die offiziellen Strukturen des Rucksack-Projekts als vertraglicher Kooperationspartner der Hellwegschule sicherzustellen. Ein großer Dank gebührt dem schulischen Förderverein, dem Integrationsrat Witten und dem Rotarier Club Witten, durch deren finanzielle Zuwendungen das Projekt langfristig abgesichert werden kann.